Die Tempelgebäude von Paro Taktsang an der Felswand

Hinter den Mauern

Im Inneren des Tigernests

Der Komplex

Vier Tempel, acht Höhlen, ein heiliger Kern

Der Komplex umfasst mehrere Tempel (Lhakhangs) und Mönchsunterkünfte, die rund um eine Gruppe heiliger Höhlen in die Felswand gebaut und durch in den Fels gehauene Treppen und einige Holzbrücken verbunden sind — etwa 900 Meter über dem Talboden. (Weit verbreitete Darstellungen beschreiben vier Haupttempel und acht Höhlen; eine detaillierte traditionelle Überlieferung nennt neun heilige Höhlen und zehn Lhakhangs.) Sein Herzstück ist Taktsang Senge Samdup, die Meditationshöhle, in der Guru Padmasambhava meditiert haben soll — das spirituelle Zentrum, um das alles andere gebaut wurde.

Eine heilige Landschaft

Höhlen, heilige Quellen und Tempel

Eine traditionelle Überlieferung beschreibt eine noch reichere heilige Landschaft entlang der Felswand. Unter den Höhlen ist Pel Phug jene, in der Guru Rinpoche über die Gottheiten des magischen Dolchs (des Phurpa) meditierte, der dort noch immer aufbewahrt wird; Machig Phug trägt den Fußabdruck von Machig Labdron; und im Drubkhang, dem inneren Heiligtum, tritt selbst in der Trockenzeit heiliges Wasser aus dem nackten Fels. Fünf Drubchus (auf wundersame Weise entstandene heilige Quellen) umgeben den Ort. Der Droloe Lhakhang hat seinen Namen von Dorje Drolo, der tigerreitenden Erscheinungsform, die vor dem Feuer von 1998 sein Hauptbildnis war.

Was darin liegt

Statuen, Wandmalereien und Schriften aus Goldstaub

Die Tempel bergen Bildnisse von Bodhisattvas und ein verehrtes Bildnis von Chenrezig (Avalokiteśvara), dem Bodhisattva des Mitgefühls, zwischen Reihen von Butterlampen. Die Wände tragen Wandmalereien und Thangkas von Guru Rinpoches acht Erscheinungsformen, seinen fünfundzwanzig Hauptschülern und dem tigerreitenden Dorje Drolo. Die Überlieferung erzählt von einer heiligen Schrift, geschrieben in Goldstaub.

Gut zu wissen

Das Paro Tshechu findet nicht hier statt

Eine häufige Verwechslung: Das berühmte Festival Paro Tshechu — maskierte Cham-Tänze und das Entrollen der riesigen Thongdrel-Rolle im Morgengrauen — findet im Paro Rinpung Dzong unten im Tal statt, nicht am Tigernest. Das Kloster selbst ist eine stille, aktive Gebetsstätte; manche innere Heiligtümer sind womöglich nur zu bestimmten Zeiten oder für Pilger geöffnet, und Fotografieren im Inneren ist nie erlaubt.

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